Nachdem der heutige Regenerationslauf schön, aber ereignislos war, noch ein Gedanke zum Laufen , den ich gestern Abend hatte:

Ich bin ein unsteter Typ, ein Hans-guck-in-die-Luft, ein Aufallenhochzeitentänzer, ein Lassmichauchmit, ein meist Himmelhochjauchzer, ein Heimatloser, ein Aufdengipfelsteiger, ein Parsifal, der immer nach allerlei „Grälen“ gesucht hat. Ich war Lokalpolitiker, Webkünstler, Komponist, Designer, iOS Developer, www.derweinfreak.de, Bio-Gärtner, Psychologischer Berater, Astrologe, Fotograf, Marketing-Fuzzi, Poetry Slammer … und habe die Menschen um mich meist an den Rande des Wahnsinns getrieben.
(Die ganze Tragikkomödie chronologisch: http://wp.me/P5e3jw-5k – nicht erschrecken über die Fotos mit mir als Dickie.)

Mich selbst hat es nie gestört, dass ich eben der bin, der ich bin. Mich interessiert ein Thema – ich fange Feuer – ich knie mich bis über beide Ohren in das Thema hinein, bis ich es durchdrungen habe … und dann lass‘ ich es ziehen und suche das nächste Thema.

So kam auch das Thema „Laufen“ vor gerade einmal 15 Monaten in mein Leben und ich kniete mich hinein. Aber da ich mich kenne, warte ich nun schon geraume Zeit, dass wieder der Punkt kommt, an dem ich das Interesse verliere und mich auf zu neuen Ufern mache.
Zu meiner eigenen größten Überraschung kommt der Punkt aber nicht, im Gegenteil: Es gibt Tage, an denen ich in der Frühe nicht laufe – weil das Wetter miserabel ist, es terminlich nicht klappt, ich vernunftsmäßig einen Regenerationstag einlegen will … nur, um dann bis abends eben doch noch zu laufen. Weil ich es will, weil ich es muss, weil ich mich nicht komplett fühle, wenn ich nicht mindestens 30 Minuten am Tag Kilometer gefressen habe.

Neben all dem, was ich bin und immer war, bin ich eben auch ein Läufer . Dass ich das im meinem zarten Alter entdecken durfte und beginne zu ahnen, dass der Läufer vielleicht sogar ein ganz zentraler Anteil meines Selbst ist, kommt einem Wunder gleich und zeigt mir, wie geil das Leben doch ist.
Ich bin für diese Entdeckung unendlich dankbar, weil das damit Verbundene mein Leben so entscheidend zum Positiven verändert hat: Meine Gesundheit, meine Weise, mich zu ernähren, meine Aktivitäten, die Art, wie ich das Leben sehe, sogar meinen Arbeitsalltag.

MENSCHLÄUFT, weil er gar nicht anders kann, als immer weiter zu laufen, weil er mit jedem Kilometer der besten Version seiner selbst näher kommt.

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